FEUCHTE MAKULADEGENERATION

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15.11.2017

 

                 

        


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Erblindung im Alter durch feuchte Makuladegeneration


Neue wissenschaftliche Studien zeigen: ein vergleichsweise preisgünstiges, ursprünglich für die Therapie von Krebs zugelassenes Medikament (Bevacizumab / Avastin®) hilft bei der altersbedingten feuchten Makuladegeneration und kann daher nach Meinung vieler Augenärzte aufgrund einer vergleichbar guten Wirkung am Augenhintergrund ein deutlich teureres  Spezialmedikament  (Ranibizumab /Lucentis®) ersetzen.

Obgleich das Medikament Avastin® ( Firma Roche)  bis heute keine behördliche Zulassung für die Indikation altersbedingte feuchte Makuladegeneration hat, wird  es seit dem Jahr 2005 weltweit von vielen Augenärzten zur Behandlung des oft zur Erblindung führenden Leidens eingesetzt. Dies geschieht in Deutschland in einer rechtlichen Grauzone, da es auf dem Markt mit Lucentis® ein anderes Medikament (Firma Novartis) gibt, das deutlich teurer abgegeben wird.   Auf der Website des Vereins "SOS Augenlicht e.V."  wird vorgerechnet, dass Lucentis® pro Injektion ins Auge 40 mal teurer ist als Avastin®. Doch zahlreiche zwischen der Herstellerfirma und individuellen Krankenkassen abgeschlossene Rabattverträge erschweren eine Übersicht über die tatsächliche Kostensituation.

Unklar war bisher, ob die sehr ähnlichen Wirkstoffe Bevacizumab (Avastin®)  und Ranibizumab (Lucentis®)  am Augenhintergrund tatsächlich eine vergleichbare Wirkung entfalten und ob sich das durch Austausch der Medikamente zu realisierende Einsparpotential in Milliardenhöhe daher aus medizinischen, ethischen und ökonomischen Überlegungen tatsächlich rechtfertigen lässt.

Die Substanz Bevacizumab hemmt am Augenhintergrund unerwünschte  Gefäßneubildungen und dichtet angeblich auch andere Blutgefäße ab.  Es handelt sich um einen gentechnisch von einem US-Unternehmen hergestellten Antikörper,  welcher das sog. Vascular Endothelial Growth Factor Hormon  blockiert. Ziel der Therapie ist beim Einsatz beider Medikamente eine geringere Ausschüttung des VEGF Hormons und damit eine Behinderung der Neubildung der die Netzhaut schädigenden Blutgefäße.

Die für die Untersuchung verwendeten Beobachtungs-Daten basieren auf zwei wissenschaftlichen Studien, die kürzlich auf dem augenärztlichen Kongress der "Association for Research in Vision and Ophthalmology"  in Fort Lauderdale, Florida,U.S.A.,  vorgestellt und im renommierten Fachblatt "Ophthalmology" publiziert wurden.

Es handelt sich um die CATT-Studie (2. Jahr der "comparison of age related macular degeneration treatment trials" und eine Zwischenanalyse  ( interim analysis of one year’s results from the inhibit VEGF in age related choroidal neovascularisation) der IVAN-Studie.
Die Ergebnisse dieser von renommierten Einrichtungen durchgeführten Untersuchungen motivierte die Redakteure des angesehenen Fachblatts "British Medical Journal" (BMJ) in einem Artikel zu dem Fazit, dass die konkurrierend eingesetzten Medikamente offenbar tatsächlich am Augenhintergrund eine vergleichbare Wirkung erzielen und die altersbedingte feuchte Makuladegeneration positiv beeinflussen.  Daher macht der Ersatz des teureren Ranibizumab durch das ähnlich wirkende, aber viel billigere Bevacizumab nach Meinung vieler Experten sowohl aus medizinischer, als auch aus ökonomischen Überlegungen heraus durchaus Sinn.  Für das staatliche Gesundheitssystem Großbritanniens (NHS) errechneten die BMJ-Redakteure ein jährliches Einsparpotential von 84 Millionen Pfund.
Doch ein Punkt muss auch in Zukunft bedacht werden: bei Verwendung eines Medikaments außerhalb seines vom Gesetzgeber vorgegebenen Einsatzgebietes setzen sich die verordnenden Ärzte grundsätzlich einem nur schwer zu kalkulierenden juristischen Haftungsrisiko aus.  Und auch viele Patienten dürften sich wohler fühlen, wenn alle ihnen verabreichten Medikamente für die jeweilige Indikation den Segen der staatlichen Aufsichtsbehörden haben.

Quelle: BMJ 2012; 344 doi: 10.1136/bmj.e3275 (Published 9 May 2012) Cite this as: BMJ 2012;344:e3275 und Übersichtsartikel http://www.makuladegeneration.org/lucentis.php,
Ophthalmology. 2012 May 1. [Epub ahead of print]

 

Zur Originalquelle hier (in englischer Sprache) und eine sehr ausführliche Übersicht über das Für und Wider der Therapie-Varianten lesen Sie hier (in deutscher Sprache)

 

Augenheilkunde: Risiko der Erblindung durch ASS?


Die regelmäßige Einnahme von Azetylsalizylsäure
(ASS = u.a. Aspirin) höht das Risiko für eine
altersbedingte Makuladegeneration (AMD).

mehr lesen

 

Quelle:  JAMA 2013,















 

 




  

Die Cochrane Library ist eine elektronische Bibliothek, die man über das Internet benutzen kann. Sie enthält Aussagen über die Wirksamkeit medizinischer Behandlungsverfahren.




hier (deutsch)

hier (englisch)

 

 

 

 

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